Ein neues Nationalstadion für Österreich könnte nach den Worten von Teamchef Ralf Rangnick ohne einen einzigen Euro Steuergeld realisiert werden. Der 68-Jährige forderte in einem Gespräch mehr politische Offenheit, um private Investoren für ein modernes Multifunktionsarena-Projekt freizuschalten.

„Wir haben reihenweise Investoren, die nur darauf warten, dass grünes Licht kommt. Das würde das Land Österreich keinen einzigen Euro kosten“, sagte Rangnick. Er bezifferte die Zahl der Interessenten auf drei oder vier. „Kein einziger Euro Steuergeld wird dafür benötigt“, fügte er hinzu.

Rangnick präferiert einen Neubau am Standort des derzeitigen Ernst-Happel-Stadions in Wien. Der Bundestrainer hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Gespräche mit Bürgermeister Michael Ludwig und Sportstadtrat Peter Hacker geführt, sieht aber keine ernsthafte Diskussionsbereitschaft. Er kritisiert, dass das Projekt nicht vorankomme, obwohl eine moderne Arena eine große Chance für den österreichischen Sport und Wien als Veranstaltungsort wäre.

Der Teamchef wies auch Bedenken zurück, das Happel-Stadion könne unter Denkmalschutz fallen. Das Bauwerk aus den 1920er Jahren sei nicht alt genug für einen solchen Status und könne nicht mit antiken Bauwerken wie dem Kolosseum in Rom verglichen werden. Ein Bericht aus dem Büro des Sportstadtrats von 2025 bezifferte die Kosten für eine Revitalisierung des Bestandsbaus auf 101 Millionen Euro, wovon bereits 55 Millionen in Solaranlagen, Geothermie und Trainingsplätze geflossen seien.

Aktuelle Form gibt Rückenwind

Rangnicks Forderung nach einer zukunftsfähigen Fußball-Infrastruktur kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Nationalmannschaft eine solide Phase durchläuft. Das Team ist in den letzten vier Länderspielen ungeschlagen geblieben (zwei Siege, zwei Unentschieden). Nach den Remis gegen Irland (2:2) und Kosovo (1:1) in der vergangenen Woche bereitet sich das Team nun auf das nächste Heimspiel vor.

Am 14. November trifft Österreich im Rahmen der laufenden Wettbewerbe wieder auf Irland. Dieses Heimspiel und die weiteren Termine im Spielplan unterstreichen die Notwendigkeit einer verlässlichen und modernen Spielstätte. Die Mannschaft hat in den jüngsten Partien ihre Offensivstärke unter Beweis gestellt, etwa durch die späten Ausgleichstreffer von Christoph Lang in der 87. Minute gegen Irland und Michael Gregoritsch in der 94. Minute gegen Kosovo.

Rangnick drängt darauf, dass die Debatte endlich Fahrt aufnimmt. Er bedauert, dass Wien im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen noch immer über kein modernes Stadion verfügt. Sein Appell richtet sich klar an die politischen Entscheidungsträger, ihre Haltung zu überdenken und den Weg für Gespräche mit den bereitstehenden Investoren frei zu machen. Das nächste Heimspiel der Nationalmannschaft findet am 14. November statt.

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